Seminartag 2 am 01.04.20

Hier finden Sie das Seminarprogramm für den  2. Seminartag (von 9 - 17 Uhr) mit Inhaltsbeschreibungen der einzelnen Seminare. Vormittags und nachmittags finden jeweils 8 parallele Seminare statt. Thema der Plenumsveranstaltung ist Dokumentation und Aufklärung in der Hausarztpraxis - Anforderungen, Realität und pragmatische Lösungen, es referiert Prof. Dr. med. Jean François Chenot.

Aufgrund der aktuellen Situation entfällt der Seminartag 2 in Präsenz, nähere Informationen folgen.

 

Sie befinden sich hier:

Plenum 9-10 Uhr: Dokumentation und Aufklärung in der Hausarztpraxis

S 01 Psychosomatische Störungen in der Praxis: Verstehen und Behandeln

Die Studienlage zeigt: bis zu 40 % der Patientinnen und Patienten in der Hausarztpraxis stellen sich mit Beschwerden vor, denen sich keine klare körperliche Ursache zuweisen lässt. Doch fühlen sich Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner wirklich gut vorbereitet, um diesem hohen Anteil psychosomatischer Probleme gerecht zu werden? Hilft das neue Konzept der „Körperlichen Belastungsstörung“ (DSM V)? Was sagen die Leitlinien? Praxisnah und interaktiv erarbeiten wir Techniken der sogenannten „simultanen“ Diagnostik und der Patientenführung.

Dr. med. Ronald Burian, FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, Berlin

S 02 Hausärztliche Gynäkologie

Überblick und Fallbeispiele zu gynäkologischen Beratungsanlässen und Therapiemöglichkeiten in der Hausarztpraxis. Der Schwerpunkt im ersten Teil liegt auf Kontrazeptiva, vergessener Pilleneinnahme und Notfallverhütung und im zweiten Teil auf dem Umgang mit Unterleibschmerzen, Dysurie und vaginalem Ausfluss.

Dr. med. Andrea-Neidhardt-Akdenizli, FÄ für Allgemeinmedizin, Berlin; Dr. med. Kemal Akdenizli, FA für Allgemeinmedizin, Praxis familycare, Berlin

S 03 Chronische Nierenerkrankungen (CDK)

Viele Patientinnen und Patienten in der Praxis haben eine eingeschränkte Nierenfunktion. Im ersten Teil wird das Vorgehen bei erstmals festgestellter eingeschränkter Nierenfunktion erarbeitet. Im zweiten Teil wird die Begleitung bei etablierter chronischer Nierenerkrankung (CKD) vertieft. Ziel des Seminars ist es, ein weitgehend selbstständiges Management von CKD zu fördern und Situationen, in denen die eine Kooperation mit Nephrologen oder Urologen sinnvoll ist, besser zu erkennen.

Prof. Dr. med. Jean François Chenot, MPH, FA für Allgemeinmedizin und Epidemiologie, Universität Greifswald

S 04 Versorgung akuter und chronischer Wunden

In der Wundversorgung akuter und chronischer Wunden gibt es wenig Bewährtes, aber viel Unsinn. Welche Desinfektions-mittel sind sinnvoll? Wann wähle ich welche Wundauflage? Wie reinige ich eine Wunde? Wann sollte ich Patientinnen und Patienten mit Wunden weiterschicken und an wen? Diese und noch mehr Fragen werden wir zusammen interaktiv beantworten.

Dr. med. Stephan Fuchs, FA für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Halle (Saale) sowie eigene Praxis in Könnern

S 05 Drehen, Schwanken oder Taumeln - Patient*innen mit Schwindel in der Hausarztpraxis

Schwindel ist ein häufiger und belastender Zustand. Aufgrund von Unsicherheiten und Kausalitätsdruck durchlaufen Patient*innen meist lange und sinnlose diagnostische Schleifen, die für Behandelnde und Betroffene gleichermaßen frustrierend sind. Dabei ist die diagnostische Einordnung weniger kompliziert als vielfach angenommen. In diesem Kurs lernen Sie, wie mit einer symptomorientierten Anamnese, klinischen Untersuchung und einfachen Tests innerhalb einer Konsultation häufige Schwindelursachen bestätigt und ggf. gleich therapiert, gefährliche Verläufe ausgeschlossen oder zielgerichtet in die nächste Versorgungsebene zugewiesen werden können.

Dr. med. Karen Krüger, FÄ für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Charité - Universitätsmedizin Berlin

S 06 Hitzewelle, Zecken, Malaria & Co - was müssen Hausärzt*innen über die Klimakrise wissen?

Dieses Seminar gibt eine Einführung in den Themenkomplex der gesundheitlichen Auswirkungen der Klimakrise mit besonderem Fokus auf die projizierten Veränderungen für Deutschland. Hausärzt*innen sind erste Ansprechpartner*innen in Hitzewellen oder bei Infektionskrankheiten. Es wird um Basiswissen und praktische Tipps gehen und nicht um infektiologische Details. Gemeinsam werden wir zudem überlegen, welche Rolle Ärzt*innen in Bezug auf die Klimakrise spielen und wie wir auch als Berufsgruppe zum Klimaschutz beitragen können – zum Schutz unserer Patient*innen.

Dr. med. Katja Goebbels, FÄ für Allgemeinmedizin, MVZ pinel gGmbH Pankow, Berlin

S 07 Keine leichte Entscheidung? Hilfestellungen aus der Medizinethik

In der hausärztlichen Praxis sind diverse ethische Herausforderungen zu bewältigen. Nicht nur bei Fragen am Lebensende können schwierige Entscheidungen anstehen. Bereits in der regulären Sprechstunde können sich bei einfachen Beratungsan-lässen Konflikte ergeben. Wie soll die Hausärztin /der Hausarzt auf den Wunsch der Patient*innen nach Diagnostik reagieren, die u.U. indiziert, aber nicht zwingend notwendig ist? Welche Reaktion ist angemessen, wenn die pflegende Ehefrau ihren dementen Mann auf einem Stuhl fixiert? Wie gehe ich mit Fragen zur Sterbehilfe um? In unserem Workshop möchten wir Ihnen die Prinzipienethik nach Beauchamp und Childress als Hilfestellung bei schwierigen ethischen Fragen im Praxisalltag vorstellen. Neben einer theoretischen Einführung wollen wir mit Ihnen anhand von zwei Fallbeispielen aus der hausärztlichen Praxis diskutieren.

Sandra Blumenthal, FÄ für Allgemeinmedizin, Praxis Ambrosius, Potsdam; Dr. med. Ilja Karl, FA für Allgemeinmedizin, eigene Praxis in Arendsee

S 08 Werkzeugkasten Niederlassung Modul 5 "How (not) to go to prison" - Vorschriften und Gesetze

Arbeitszeitgesetz, Überstunden, Mutterschutz, Jugendschutz, Brandschutz, Datenschutz, technische Kontrollen, Gefährdungsbeurteilung, Vorsorgen, Unterweisungen, Einweisungen, Anweisungen, Dokumentation, Dokumentation, Dokumentation… Abschreckend? Klar. Aber machbar! In diesem Modul für Niederlassungswillige und Neu-Niedergelassene leuchten wir das Minenfeld der in einer Arztpraxis wichtigen Gesetze und Vorschriften aus. Pragmatisch führen wir durch die für Praxisinhaber wichtigen Gesetze, Verordnungen und Vorschriften und erklären was man wann wie tun kann, sollte oder muss.

Dr. med. Julia Born, FÄ für Allgemeinmedizin, eigene Praxis Berlin; Dr. med. Tonio Ellermeyer; FÄ für Innere Medizin, Praxis Mehlhorn-Hinkelmann, Berlin

13-14 Uhr: Mittagspause/Prüfungslunch

14-17 Uhr: Nachmittagsseminare

S 09 Diabetes für Einsteiger

Der Diabetes mellitus Typ 2 spielt bei ständig zunehmender Prävalenz eine große Rolle in der hausärztlichen Versorgung. Neue
Therapieoptionen und die Vermeidung von akuten und chronischen Komplikationen sollen praxisnah an Fallbeispielen diskutiert
werden.

Dr. med. Uta Dorothea Stephan, FÄ für Allgemeinmedizin und für Innere Medizin, MVZ am Bahnhof Spandau, Berlin

S 10 Juristische Anforderungen an die ärztliche Organisation

"Wer schreibt, der bleibt" - eigentlich eine Selbstverständlichkeit und eine Binsenweisheit zugleich. Denn für die rechtssichere
Dokumentation in Behandlungsverhältnissen gelten strenge Anforderungen. Das Abweichen hiervon kann gravierende Folgen nach
sich ziehen. Anhand zahlreicher Fälle aus der Rechtsprechung vermittelt das Seminar aus Sicht eines auf beiden Seiten tätigen
Praktikers die notwendigen Grundlagen.

Dr. jur. Armin Buchter, Staatsanwalt und Notfallsanitäter, Potsdam

S 11 Chronische Nierenerkrankungen (CDK)

Viele Patientinnen und Patienten in der Praxis haben eine eingeschränkte Nierenfunktion. Im ersten Teil wird das Vorgehen bei
erstmals festgestellter eingeschränkter Nierenfunktion erarbeitet. Im zweiten Teil wird die Begleitung bei etablierter chronischer
Nierenerkrankung (CKD) vertieft. Ziel des Seminars ist es, ein weitgehend selbstständiges Management von CKD zu fördern und
Situationen, in denen die eine Kooperation mit Nephrologen oder Urologen sinnvoll ist, besser zu erkennen.

Prof. Dr. med. Jean François Chenot, MPH, FA für Allgemeinmedizin und Epidemiologie, Universität Greifswald

S 12 Der geriatrische Blick - Versorgung von geriatrischen Patient*innen in der Hausarztpraxis

Hausarztpraxen versorgen zunehmend geriatrische Patient*innen. Auf Grund der demographischen Entwicklung wird diese
Patientengruppe weiter an Bedeutung gewinnen. Ist denn eigentlich jeder alte Mensch automatisch eine geriatrische Patientin/ein
geriatrischer Patient? Und falls ja, ab welchem Alter? Was sind die besonderen Heraus-forderungen bei der ambulanten
Versorgung? In dem Seminar soll insbesondere vermittelt werden, wie sich eine geriatrische Sicht- und Handlungsweise von der
klassischen akutmedizinischen Herangehensweise unterscheidet.

Dr. med. Michael Christian Schulze, MPH, FA für Allgemeinmedizin, Geriatrie, Palliativmedizin, Suchtmedizin, Berlin

S 13 Augenärztliche Notfälle in der Hausarztpraxis

Ein Überblick über ophthalmogische Beratungsanlässe in der Hausarztpraxis. Der Schwerpunkt dieses Seminars liegt auf der
Differentialdiagnose des roten Auges und des akuten Sehverlusts.

Dr. med. Anne Rübsam, FÄ für Augenheilkunde, Charité - Universitätsmedizin Berlin

S 14 Rationaler Antibiotikaeinsatz in der Hausarztpraxis

Der Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin ist mitursächlich für die Entwicklung von multiresistenten Erregern. Etwa 85 % der
beim Menschen angewendeten Antibiotika werden im ambulanten Bereich verordnet. Wie werden Antibiotika in der Hausarztpraxis
leitliniengerecht eingesetzt? Wie können unnötige Antibiotikaverordnungen vermieden werden?
Lernziele: leitliniengerechte Diagnostik und Therapie akuter Atemweginfektionen (Sinusitis, Bronchitis, Tonsillitis, Pneumonie, AECOPD,
leitliniengerechte Diagnostik und Therapie der unkomplizierten Harnwegsinfektion), Kennenlernen von Materialien zur
Arzt-Patienten-Kommunikation bei viralen Atemwegsinfektionen.

Dr. med. Sandra Schneider, FÄ für Innere Medizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin

S 15 LWS, ISG, Hüfte - Untersuchungs- und Behandlungsstrategien in der Hausarztpraxis

In diesem Workshop werden manualtherapeutische Untersuchungs-und Behandlungstechniken mit einem praktischen Anteil von
90% mit dem Ziel geübt: Erkennen einer Ursache-Folge-Kette, Schmerzreduktion, Bewegungserweiterung, Stabilisierung,
Eigenübungen für den Patient*innen. Außerdem erlernen die Teilnehmenden das Anlegen von Kinesio-Tapes.

René Eichler, Physiotherapeut, eigene Praxis, Potsdam

S 16 Dermatologische Erkrankungen in der Hausarztpraxis

Erkrankungen der Haut und Schleimhäute sind ein häufiger Beratungsanlass in der Hausarztpraxis. Anhand von Fallbeispielen
werden häufige Krankheitsbilder, Diagnostisches Vorgehen und Therapie interaktiv erarbeitet.

Dr. med. Fabian Ludwig, FA für Allgemeinmedizin, Oranienburg